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Eine Einführung in die Chronologiekritik

DenkMal

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Um uns einen kleinen Überblick zu verschaffen, möchte ich mit ein paar ausgewählten Zitaten von Uwe Topper aus dem Artikel "Einführung in die moderne Chronologiekritik" (S. 7) beginnen:

Wir schreiben also heute 2007 „seit Christi Geburt“, oder weniger kirchlich eingestellte Menschen schreiben: „unserer Zeitrechnung“, oder altmodisch auch „nach Zeitenwende“. Dabei macht sich kaum jemand Gedanken darüber, wann denn diese Zählweise begonnen wurde. Vor 2007 Jahren im Stall von Bethlehem ganz gewiss nicht, abgesehen davon, dass ein historischer Jesus nicht belegt ist. Und im Jahre 532, als ein skythischer Mönch, über den es keine weiteren Nachrichten gibt, diese Zählweise vorgeschlagen haben soll, begann man auch noch nicht allgemein, die Jahre so zu zählen. Vor Beda im 8. Jh. hat sie auch nach kirchlicher Ansicht noch niemand schriftlich benützt. Die Kirche selbst datiert ihre Dokumente angeblich schon (oder erst?) seit 1443 AD in dieser Zählweise, und selbst das ist anfechtbar, denn wirklich echte Dokumente mit den Anno Domini-Zahlen, also unserer heutigen Jahresrechnung, gibt es frühestens im 16. Jahrhundert. (...)
Bei der Erkundung der Chronologie und ihrer Entstehungsweise stößt der Forscher zunächst auf den sonderbaren Umstand, daß es für diesen so überaus wichtigen Zweig der Geschichtsschreibung keine eigene Disziplin im akademischen Betrieb mehr gibt. Man hat sich auf eine Zeitberechnungsart geeinigt und übernimmt diese seit fast zwei Jahrhunderten ohne ernste Zweifel. Ludwig Ideler faßte 1826 mit seinem zweibändigen »Handbuch zur mathematischen und technischen Chronologie« in Berlin zusammen, was man bis dahin für richtig hielt, und außer für die Geologie und Paläobiologie änderte sich seitdem nichts Wesentliches mehr an diesem Konzept. (...)
Eine Aufzählung der kritischen Historiker (...) wäre in diesem kurzen Rahmen nicht möglich. Man sollte sich darüber in den zahlreichen Büchern und Aufsätzen unserer Gruppen kundig machen. Nur einen will ich hervorheben, weil er uns leicht zugänglich ist (bei Bohlinger) und im 20. Jahrhundert den wichtigsten Anstoß zur neuen Fragestellung gegeben hat: den ›Außenseiter‹ Wilhelm Kammeier (1889-1959).
Er erkannte, daß eigentlich alles gefälscht ist, was uns an Diplomen aus dem Mittelalter vorgelegt wird. Dabei baute er auf viele Koryphäen auf, ich nenne stellvertretend nur die besten wie Wattenbach, Bernheim, Krusch und Bresslau. Diese schlichte deutsche Philologenarbeit des 19. Jahrhunderts konnte nie widerlegt werden. Sie wurde breit aufgenommen und war überall lesbar: »Kurz gesagt, fast alle ›urkundlich‹ beglaubigten Forderungen der römischen Kirche beruhen auf Urkundenfälschungen.« (Rosenberg S. 524, Anm.)
Die von Kammeier behauptete Große Aktion, nämlich die Fälschung unserer Geschichte im Hochmittelalter und der Renaissance, wurde zu einer der Grundlagen unserer neuen Chronologiekritik, auch wenn Kammeier selbst noch nicht das Ausmaß der Umwälzung vorausgesehen hat. Leider ist Kammeier fast unbekannt verhungert und wurde seinerzeit abgelehnt. Das macht einen Überblick über seine Arbeit nötig.
Kammeiers Forschung ist eine akribische Untersuchung der vorhandenen Abschriften mittelalterlicher Urkunden; er fand heraus, daß keine Originale und auch keine direkten Kopien dieser Originale erhalten sind, sondern immer nur sogenannte Zweit- oder Drittabschriften, die sich stets in bestimmten Punkten unterscheiden, was Absicht sein dürfte. Außerdem werden in den Urkunden meist mehrere Jahreszahlen genannt, die aber nicht zur Übereinstimmung gebracht werden können. Auch das ist verdächtig. 1991 hat Hans-Ulrich Niemitz die Bücher von Kammeier in unserem Kreis vorgestellt und auch einige ihrer Schwächen kritisiert. Doch der nackte Tatbestand, den Kammeier aufdeckte, ist so deutlich, daß man erschrocken innehält. Es gibt nämlich von keinem wichtigen Dokument oder literarischen Werk des Mittelalters die Originalhandschrift, nicht einmal die den verschiedenen Kopien zugrunde liegende »gemeinsame Vorlage«. (...)
Dann beschäftigt er sich mit dem Inhalt der »Urkunden« und findet heraus, daß ein praktischer Zweck für diese Fälschungen ausgeschlossen werden muß, denn man konnte sie nie vor Gericht als Beweis anführen. Auch die ungeheure Menge an gefälschten Urkunden läßt aufhorchen. Einige hier und da eingestreute Fälschungen hätte man zu erwarten, nicht aber den umgekehrten Fall: Es gibt fast keine echten Urkunden. Die Fälschungen sind oft äußerst schlecht ausgeführt, wobei nicht einmal die Schrift in sich stimmt. Oft wurde auf abgeschabten älteren Pergamenten neu geschrieben. Dergleichen Nachlässigkeit verstößt gegen alle Regeln der Fälscherzunft. Vielleicht sind die zahlreichen Überschreibungen von älteren Pergamenten (›Palimpsest‹) aus dem Bemühen zu erklären, möglichst »echte« alte Schreibunterlagen zu verwenden. (...)
Nach seinem ersten großen Wurf 1935, der sogar von Arthur Drews gefördert wurde, gab Kammeier fünf einzelne Hefte heraus, die erst später als Band II zusammengefaßt wurden. Am Schluß des ersten Heftes (1936) betont Kammeier das Problem der Jahreszahlen mit den Worten: »Aber diese Schaffung der neuen mittelalterlichen Chronologie gleichsam aus dem Nichts war der allerschwierigste Punkt der universalen Aktion, und nach dieser Seite hin ist sie denn auch kläglich gescheitert.« (S. 80) Kammeier erklärt dann, wie sich die Mönche behalfen, um dieses Problem wenigstens notdürftig zu vertuschen: Sie nahmen Zuflucht zur elastischen Datierung, indem sie mehrere sich widersprechende Daten einführten, aus denen dann jeweils das ›richtige‹ zu Diensten war, wenn es gebraucht wurde. Die sich widersprechenden und die offen gelassenen Datumsangaben sind also mit voller Absicht geschaffen, sagt Kammeier, denn nur so konnte die unmöglich zu lösende Aufgabe der Erstellung einer echten Chronologie umgangen werden.
So sind die Wortführer der ›Monumenta Germaniae historica‹, die Verwalter der deutschen Geschichte, übereingekommen, daß die meisten Urkunden des Mittelalters als Fälschungen ausgeschieden werden müssen, ohne daß sie dabei geklärt hätten, was diesen unfaßbar großen Berg an Fälschungen denn ausgelöst hat. Auf der Historikertagung 1986 in München, die das Problem der Urkundenfälschungen im Mittelalter betraf, erkannte man sehr wohl, daß die Arbeit der letzten hundert Jahre praktisch eindeutig ergeben hatte, daß fast alles gefälscht ist, was vor 1400 n.Chr. geschrieben worden war. Man mußte Wilhelm Kammeiers Entdeckungen unausgesprochen bejahen. Aber man folgte ihm nicht in der Schlußfolgerung: daß nämlich Unkenntnis der Geschichte dazu gezwungen hatte, derart pietätlos vorzugehen. Man fand überhaupt keine sinnvolle Antwort auf die Frage, was denn die tausend Mönche und Theologen bewogen haben mochte, jahrhundertelang Fälschungen zu produzieren. (...)
Was ist geschehen, daß wir keine chronologischen Aufzeichnungen und keine feste Vorstellung von der abgelaufenen Zeit haben? Warum muß die Geschichte vor 1500 n.Chr. so mühsam rekonstruiert werden und warum enthält die Rekonstruktion so große Fehler? Eine Antwort auf diese Grundfrage bietet nur die Katastrophentheorie (...)
Aber die Zeitrekonstrukteure, Chronologiekritiker oder Geschichtsanalytiker, wie die einzelnen Forscher sich bezeichnen, sind sich in diesem Punkt auch nicht einig. Während die Gruppe um Heinsohn, die ja speziell von Velikovskys Katastrophentheorie ausging, mit Nachdruck darauf besteht, daß die Katastrophen ein Thema ferner Vergangenheiten sind und weder mit dem Mittelalter noch mit der unmittelbaren Zukunft etwas zu tun haben, ist meine eigene Ansicht weniger zurückhaltend. Christoph Marx folgend nehme ich an, daß unser Blick rückwärts bei etwa 650 Jahren vor heute stark begrenzt wird durch einen Einschnitt, der zumindest für Europa dermaßen verheerend war, daß alle davorliegenden Ereignisse nur noch nebelhaft durchschimmern. (...)
Der Neuanfang läßt sich allerorten belegen, besonders auch in politischer Hinsicht: 1356 wurde erstmals schriftlich festgelegt, wie und von wem der deutsche Kaiser gewählt werden solle; man nennt dieses Schriftstück die Goldene Bulle, golden, weil man wünschte, daß es ewigen Bestand haben möge. Die Furcht vor einer Wiederholung der schrecklichen Ereignisse war noch mindestens ein Jahrhundert lang weitverbreitet, wie aus unzähligen Flugblättern des 15. Jahrhunderts hervorgeht. Später begann man mit Ausgrabungen der Ruinen, was man als erste archäologische Tätigkeit bezeichnen kann, und versuchte, sich ein Bild der vorherigen Zeit zu machen. Die Päpste waren daran durchaus sehr interessiert, denn dabei ergab sich die Möglichkeit, diese Vorgeschichte entsprechend den eigenen Wünschen zu ändern, die Lücken zu füllen und – später durch die Inquisition in grausamster Weise – die Reste der Erinnerung auszulöschen. Durch die Erfindung einer neuen Ge- schichte vor diesem Einschnitt und für die ersten Generationen danach gelang es den monotheistischen Religionen, den Schock zu überdecken und ein Bewußtsein von Kontinuität und himmlischer Gesetzmäßigkeit zu erzeugen. Nur auf diesem Boden konnten die christlichen Lehren Fuß fassen, die uns bis heute den Blick umnebeln.

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Da eine gelingende Fälschungsaktion nicht vor fremden Kulturen halt machen darf, mussten fremde Kalender und Chroniken in dieses Spiel miteinbezogen werden.

So lesen wir zur Neugestaltung der chinesischen Chronologie bei Uwe Topper in "Die große Aktion" folgendes:

„Im 11 Jahrhundert erlebte die islamische Welt einen riesigen Aufschwung der astronomischen Wissenschaft, aber erst mit der Durchdringung des chinesischen Inlands 1273 durch Sayyid-i-Adschall … begann die islamische Einflussnahme auf den chinesischen Kaiserhof. Etwa 1351 beginnt auch dort die Neuordnung der Chroniken durch islamische Beamte, die als Kalenderreformatoren wirkten … Wir können alle chinesischen Kalenderdaten, die davor liegen, als rückprojizierte Erfindungen ansehen. Als einen der Gründe für den Untergang der Ming-Dynastie und den Selbstmord ihres letzten Kaisers gibt man an, dass seine Hofastronomen unfähig waren, den Kalender korrekt zu handhaben.“

„Während der letzten Ming-Kaiser begannen die Jesuiten ihre Mission in China. Es war eine hochintellektuelle Gruppe von Männern aus ganz Europa, die unter dem diplomatischen Schutz Portugals, aber dennoch unter ständiger Lebensgefahr, den katholischen Glauben ausbreitete. Wegen ihrer außergewöhnlichen Fähigkeiten auf den Gebieten der Mathematik, der Landvermessung und der Astronomie genossen sie die Achtung der adligen Chinesen und wurden auch als Berater an den Kaiserhof berufen. Einer der ersten war der adlige Italiener Mateo Ricci, der 1583 nach China gereist war… Er machte die Chinesen mit dem neuen Planetenmodell bekannt, das sich in Europa gerade durchsetzte. Dadurch wären seine Berechnungen weitaus genauer als die der islamischen Konkurrenz… Terrenz (ein anderer Jesuit) stand auch in China in ständigem Briefwechsel mit Kepler, der ihn bei Problemen der Astronomie beriet. So gewannen die Jesuiten Einfluss auf die chinesische Zeitberechnung. Ab 1611 durften sie bei der Erstellung des Jahreshoroskops teilnehmen. Für ihre genauen Berechnungen mussten Sabatin de Ursis und Jacques Poutoria erst den Längengrad Pekings ermitteln, was nicht einfach war. Die Chinesen hatten keine Ahnung von diesen Begriffen.“
Johann Adam Schall, ein „außergewöhnlicher Mathematiker und Astronom“… “der ab 1640 Chef der Mission in Peking wurde… Damals entspann sich ein Streit um die Fortsetzung der Kalenderarbeiten, wobei Schall die Unfähigkeit der islamischen Beamten demonstrierte, indem er eine Sonnenfinsternis mit größter Genauigkeit vorhersagte. So wurde er Günstling des Mandschu-Kaisers und Chef der Kalenderkomission. In dieser Machtstellung ordnete er Kalender und Chroniken Chinas nach den neuesten Gesichtspunkten. Das Ergebnis legte er 1662 in Chinesisch (und zwei Jahre später in Latein) vor.“ „Insgesamt hatten die Jesuiten 170 Jahre lang die Leitung des kaiserlichen astronomischen Büros inne und konnten sich außer der Verbreitung des Katholizismus auch zahlreichen wissenschaftlichen Aufgaben widmen. Sie wirkten als Geographen und Geschichtsforscher, verbreiten moderne technische Geräte und betätigten sich politisch, indem sie die Kaiser in ihren Verhandlungen mit Rußland berieten, das allmählich zum wichtigen Nachbarn an der Nordgrenze wurde.“
„Die vielleicht nachhaltigste Wirkung jesuitischer Arbeit lag aber in der Neugestaltung der chinesischen Chronologie und ihrer Angleichung an die abendländischen Daten.“
„Hauptauftrag seitens des Kaiserhause war eine Kalenderreform mit den astronomischen Kenntnissen der Renaissance unter Beibehaltung des chinesischen 60er-Zyklus, und daneben eine Ordnung der chinesischen Annalen, wobei die gesamte Geschichte dieses Hochkulturgebietes von der legendären Frühzeit bis zur Gegenwart durchforstet wurde. So gelang die Schaffung einer glanzvollen Tang-Zeit. Die Erstellung eines chronologischen Systems war für die Chinesen durchaus neu, sie erfolgte nach lateinischem Vorbild, und insgesamt gesehen im Sinne der katholischen Kirche. Der ganze Vorgang hat anderthalb Jahrhunderte gedauert und wurde schließlich von den Chinesen (ab 1735) gewaltsam beendet.
Als Ergebnis der immensen Arbeit erschien 1778 das erste Gesamtwerk der chinesischen Geschichte, etwas, was es vorher in China nie gegeben hatte. Da wurden nicht nur die Dynastien, die Reihenfolge der Kaiser und ihre Regierungsdaten, sondern auch die Übertragung dieser Daten auf die europäische Zeitskala festgelegt. Obgleich man stets die Fehler darin kritisiert, ist das Werk doch bis heute nicht überholt, sondern prinzipiell der Leitfaden für unsere Sinologen geblieben, auch wenn sie sich dessen nicht mehr bewusst sein sollten.“
 

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Wilhelm Kammeier schrieb in „Die Fälschung der deutschen Geschichte“:

„In der Tat“, so lautet das Ergebnis der Sthamerschen Prüfung (I. E. Sthamer), „Können wir die Kaiserurkunden in Abbildungen aufschlagen, wo wir wollen, überall, von der fränkischen Zeit bis hinab ins 15. Jahrhundert zeigt sich …, dass hinter DATA das Monatsdatum und hinter ACTUM die Ortsangabe nachträglich in das vollendete Original eingefügt ist; oft genug auch die Worte DATA und ACTUM selbst, sowie die verschiedenen Zahlenangaben der Jahresmerkmale“. Natürlich finden sich auch viele Datierungslücken, die nie ausgefüllt sind.
Somit ergibt sich die „Tatsache“, dass in allen deutschen Kanzleien und in den verschiedensten Jahrhunderten Nachtragungen der Datierungen nicht etwa vereinzelt vorkommen, sondern „dass man sie beinahe als Regel ansehen kann“. (S. 111/112)​

„Wer´s nicht glauben will, frage die Historiker! Da wird er hören, dass die Zeugnisse für die Existenz eines päpstlichen Archives, d.h. einer Sammlung aller die Kurie betreffenden Briefe, Urkunden, Register, Akten usw., in dafür bestimmten Räumlichkeiten sorgsam aufbewahrt, bereits aus dem 5. Jahrhundert stammen und dass sich seit den Zeiten Inocenz I. die Päpste selbst bei ihren Entscheidungen auf ihr Archiv beziehen. (…) Die weltlichen Fürsten haben dagegen, wie uns die historische Forschung belehrt, unverständlicherweise nicht im geringsten ernstliche Schritte unternommen, die Erhaltung ihrer Urkunden und Akten sicherzustellen." (S. 213-214)​
„(…) aber wenn es „wahr und wirklich“ sein sollte, dass fast durch alle Jahrhunderte des Mittelalters Könige und Kaiser keine Register haben führen lassen (Anm.: oder diese angeblich auf den Reisen und Kriegszügen mit sich nahmen und so stets der Verschleppung und Vernichtung zum Opfer fielen!!), dann standen wir vor dem außerordentlichen Faktum, dass ganze Generationen einer bestimmten Klasse Menschen durch überaus hohen und anhaltenden Schaden nicht um einen Deut klüger geworden seien! (S. 215) (…) so müsste man sich, wie gesagt, damit abfinden, die mittelalterlichen weltlichen Fürsten seien durch die Bank kindische Tore, um nicht zu sagen Halbidioten gewesen.“ (S. 217)​
„Die Tatsache also, dass gefälschte Urkunden mit der geschilderten eigentümlichen chronologischen Verderbtheit und all den anderen Absonderlichkeiten durch alle Jahrhunderte des Mittelalters angetroffen werden, in Verbindung mit der gleichartigen Mache dieser Fälschungen, erfordert die Annahme einer spätmittelalterlichen gelehrten Fälschungsaktion größten Stils.“ (S. 120)​
„Der Beweis ergab sich uns aus der immer wieder gewonnen Erkenntnis der gleichartigen Fabrikationsweise der untersuchten Stücke, aus der gleichfalls immer wieder konstatierten absolut gleichen und absolut unmöglichen Psyche der hinter diesen Stücken stehenden Schreiber, ferner aus dem merkwürdigen Walten des „Zufalls“ bezüglich des Verlustes fast aller Originale und „gemeinsamen Vorlagen“, sowie endlich aus dem Vorhandensein der gefälschten Papstregister in Verbindung mit dem gänzlichen Mangel weltlicher Register und Archive.“ (S. 239)​
„Die Fälschungswelle der universalen Aktion schlägt zeitlich rückwärts, nicht nur bis in die Zeiten der Karolinger, Merowinger, sondern (wie im 4. Teil gezeigt wird) bis in die Zeiten Cäsars und Tacitus; die Fälschungsaktion drang bis zur Umschmelzung der über Germanien schreibenden römischen Schriftsteller vor.“ (S. 228)​
 
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