Der Todestrieb in der Geschichte: Erscheinungsformen des Sozialismus

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PDF herunterladen: Der Todestrieb in der Geschichte: Erscheinungsformen des Sozialismus (Schafarewitsch)

"S. Bulgakow formuliert den Widerspruch des Kommunismus so: "Der Marxismus sagt den Beginn des Sozialismus voraus wie die Astronomie eine Mondfinsternis, und zur Verwirklichung dieser Mondfinsternis organisiert er eine Partei".

Das Herzstück der marxistischen Konzeption, die Arbeitswerttheorie, ist von den Arbeit der Österreichen Schule zerstört worden; die politische Ökonomie hat sich völlig von dieser Theorie losgesagt, doch der Marxismus hat sich auch ohne Herz durchaus als lebensfähiges Wesen behauptet."


"Der Todestrieb in der Geschichte" untersucht sozialistische Bewegungen in der Geschichte der Menschheit seit der Antike und beschreibt den Sozialismus als gesellschaftliche Form eines Todestriebs - die totale Verleugnung von Leben und Individualität.

Hauptziel des Sozialismus ist die Abschaffung der Familie, des Privateigentums und der Religion.

"Es scheint, dass der Sozialismus ein konstanter Faktor in der Menschheitsgeschichte ist, zumindest in der Zeit nach dem Aufstieg des Staates. Ohne an dieser Stelle den Versuch zu unternehmen, ihn zu bewerten, müssen wir den Sozialismus als eine der mächtigsten und universellsten Kräfte der menschlichen Geschichte anerkennen."

Die grundlegende Idee des Marxismus in Bezug auf unsere Geschichte wird "historischer Materialismus" genannt.

Dies ist die Philosophie, auf der der Marxismus und dann der Kommunismus und Sozialismus aufgebaut wurden.

Marx behauptet, dass sich unsere gesamte Geschichte durch den ewigen Kampf der Arbeiter und Kapitalisten um Ressourcen erklären lässt, und mit jedem Kampf werden die Dinge allmählich besser.

Am Anfang der menschlichen und zivilisatorischen Entwicklung sagte er, hatten die Kapitalisten alles und die Arbeiter hatten nichts. Und laut seiner Analyse werden am Ende die Arbeiter alles haben, und es wird keine Kapitalisten mehr geben, was letztendlich zwangsläufig in das utopische Paradies des Kommunismus münden wird.

Das Problem besteht darin, dass die gesamte Vorstellung, dass die Geschichte nur ein Kampf um materielle Ressourcen ist, alle höheren Aspekte des menschlichen Lebens wie Spiritualität, Einfühlungsvermögen, Liebe, Altruismus, Individualität, Bildung, Kultur vernachlässigt - und alles auf den grundlegendsten Aspekt reduziert hat. Deshalb hatte der Kommunismus in der Praxis eine derart verheerende Wirkung auf die Gesellschaften, in denen er im Namen des Sozialismus umgesetzt werden sollte.

Marx ignorierte auch die autoritäre und destruktive Macht des Staates und versäumte es, zu berücksichtigen, dass die Geschichte eher ein Kampf zwischen autoritären Führern und Durchschnittsmenschen war als ein Kampf zwischen Kapitalisten und Durchschnittsmenschen.

Tatsächlich waren es während unserer gesamten Geschichte die Kapitalisten, die Freiheit, Wohlstand und Überfluss gesichert haben. Erst als ein paar Leute mit Hilfe staatlicher Strukturen ein Zentralbanksystem einrichteten, wurde Geld zur Versklavung der Menschen verwendet.

Igor Schafarewitsch beschreibt in seinem Buch "Der Todestrieb in der Geschichte. Erscheinungsformen des Sozialismus.", wie der Sozialismus in der gesamten alten und jüngsten Geschichte existierte. Es ist das einzige Buch, das die Frage stellt, wie sich unsre gesamte Geschichte zum Sozialismus verhält. Schafarewitsch beschreibt, dass hinter sozialistischen Ideen eine Verleugnung der Individualität steht, und es sich letztlich um einen Todeswunsch handelt - der Wunsch, in einem Kollektiv aufzugehen und das eigene Selbst zu vernichten.

Der Grund, warum Kapitalisten und Konservative heute angegriffen werden, ist, dass sie Freiheit und Individualität repräsentieren, was bedeutet, dass sie in kleinen autarken Gruppen leben können, ohne auf einen Zentralstaat angewiesen zu sein. Menschen, die diese Art von Freiheit nicht genießen, neigen dazu, sich mit dem kollektivistischen Staats- und Medienkonglomerat zu identifizieren, das verspricht, ihr elendes individuelles Leben zu beenden, indem es mit dem Ganzen zu etwas verschmilzt, das keine individuelle Äußerung mehr zulässt.

Historisch gesehen, wie Schafarewitsch schreibt, waren Elemente des "Sozialismus" nicht ideologisch. Und vor allem wurde der Sozialismus damals nicht zentral verwaltet, sondern entstand aus den lokalen Bräuchen und den Entscheidungen freier Menschen, so zum Beispiel praktiziert bei den christlichen Häretikern.

Wenn es um die sozialistischen Elemente in den häretischen christlichen Gruppen (Katharer usw.) geht, wird deutlich, dass alles, was sie taten, aus religiösen und spirituellen Konzepten heraus geboren wurde, die im Marxismus völlig fehlen. Ohne diese Konzepte gibt es kein verbindendes Band. Es lässt sich zwar nicht leugnen, dass diese frühen Gruppen eine gewisse kollektivistische Einstellung hatten, aber es sieht so aus, als war dieser Kollektivismus ein authentischer Versuch gewesen, die ursprüngliche Lebensweise wieder herzustellen, die sich nicht so sehr auf materielle Aspekte konzentrierte wie dies im Mittelalter der Fall war (sexuelle Ausschweifungen, etc.)

Noch wichtiger ist, dass der Sozialismus der christlichen Gruppen in einer Welt verwurzelt war, die im Grunde dezentralisiert war und aus kleinen lokalen Gruppen bestand, was ein hohes Maß an Freiheit bei der Wahl zwischen verschiedenen Lebensformen ermöglichte. Auch das geistige Fundament war im Gegensatz zum Marxismus auf radikaler Gewaltlosigkeit aufgebaut. Als der größte Teil der mittelalterlichen Welt Handel und freie Märkte annahm und immer hedonistischer wurde, erkannten die häretischen Gruppen, dass sie ihr geistliches Wissen, das sie geerbt hatten, gegen die wachsende Macht der institutionalisierten Religion schützen mussten.

Als Marx seinen Wahnsinn zu Papier brachte, hatte die industrielle Revolution viele Arbeiter versklavt, aber er behauptete einfach, dass die gesamte Geschichte der Menschheit identisch zur industriellen Revolution sei.

In Wirklichkeit lebten die Menschen im Mittelalter häufig materiell im Überfluss und teilten häufig ihren Überschuss mit anderen Menschen.

Marx sagt, der Kapitalismus führt immer zwangsläufig zum Kommunismus. Wenn Marx also ehrlich mit seinen Ideen gewesen wäre, hätte er den reinen Kapitalismus unterstützt. Nach seiner Logik hätte eine pro-kapitalistische Bewegung den Kommunismus schneller erscheinen lassen, denn wie er sagt ist der Kommunismus ja das wohin der Kapitalismus am Ende zwangsläufig führt. Stattdessen tat er das Gegenteil, geboren aus seinem kranken und widersprüchlichen Geist.

Indem er die pathologischen Aspekte von Nationalstaaten, Zentralbanken und zentraler Führung ignoriert, zerstört der Marxismus alles, was menschlich ist.

Aus dem letzten Kapitel von "Der Todestrieb in der Geschichte":

Die Schlussfolgerungen, die wir als Ergebnis unserer Analyse des Sozialismus gezogen haben, werden, wie wir sehen, auch durch eine Reihe unabhängiger Argumente bestätigt. Wir können diese Schlussfolgerungen wie folgt formulieren:
a. Die Idee des Todes der Menschheit - nicht der Tod bestimmter Menschen, sondern buchstäblich das Ende der menschlichen Rasse - ruft eine Reaktion in der menschlichen Psyche hervor. Sie erregt und zieht die Menschen an, wenn auch mit unterschiedlicher Intensität in verschiedenen Epochen und bei verschiedenen Personen. Der Einflussbereich dieser Idee lässt uns vermuten, dass jedes Individuum mehr oder weniger stark davon betroffen ist und dass sie ein universeller Charakterzug der menschlichen Psyche ist.
b. Diese Idee manifestiert sich nicht nur in der individuellen Erfahrung einer großen Anzahl spezifischer Personen, sondern ist auch in der Lage, Menschen zu vereinen, d.h. sie ist eine soziale Kraft. Der Impuls zur Selbstzerstörung kann als ein Element der Psyche der gesamten Menschheit betrachtet werden.
c. Der Sozialismus ist einer der Aspekte dieses Impulses der Menschheit in Richtung Selbstzerstörung und Nicht-Existenz, insbesondere seine Manifestation in der Sphäre der Organisation der Gesellschaft.
Die letzten Worte des Meslier'schen Testaments ("..mit diesem Nichts werde ich hier enden") drücken das "letzte Geheimnis" des Sozialismus aus, um Feuerbachs Lieblingsausdruck zu verwenden.
Wir sind zu dieser Sicht des Sozialismus gelangt, indem wir versuchen, die Widersprüche zu erklären, die das Phänomen auf den ersten Blick offenbart. Und jetzt, wenn wir zurückblicken, sind wir zuversichtlich, dass unser Ansatz tatsächlich viele der Besonderheiten des Sozialismus erklärt.
Das Verständnis des Sozialismus als eine der Manifestationen der Verlockung des Todes erklärt seine Feindseligkeit gegenüber der Individualität, seinen Wunsch, jene Kräfte zu zerstören, die die menschliche Persönlichkeit unterstützen und stärken: Religion, Kultur, Familie, individuelles Eigentum.
Dieses Verständnis von Sozialismus steht im Einklang mit seiner Tendenz, den Menschen auf die Ebene eines Rädchens im staatlichen Mechanismus zu reduzieren, sowie mit dem Versuch, zu beweisen, dass der Mensch nur als Manifestation nicht-individueller Merkmale wie Waren-Produktion oder Klasseninteresse existiert.
Die Sicht des Menschen als Instrument anderer Kräfte wiederum ermöglicht es, die erstaunliche Psychologie der Führer der sozialistischen Bewegungen zu verstehen: Einerseits die Bereitschaft und sogar das Streben, die eigene Persönlichkeit auszulöschen, sie vollständig den Zielen der Bewegung zu unterwerfen und andererseits der vollständige Zusammenbruch des eigenen Willens, der Verzicht auf die eigenen Überzeugungen im Falle einer Niederlage. Wenn das Instrument nicht mehr gebraucht wird, geht in der Tat jede Bedeutung für seine Existenz verloren.
Diese Sichtweise steht im Einklang mit dem Ruf nach allgemeiner Zerstörung, mit der Anziehungskraft zerstörerischer Kräfte wie Kriege und Krisen. Es ist der Reiz des Todes und der Nicht-Existenz.
Die Behauptung, dass das Streben nach Selbstzerstörung der Hauptimpuls im Sozialismus ist, wurde aus einer mehrstufigen Analyse der sozialistischen Ideologie extrahiert und ist nicht direkt aus den Schriften sozialistischer Denker oder den Parolen sozialistischer Bewegungen entnommen.
Es scheint, dass diejenigen, die sich im Griff der sozialistischen Ideologie befinden, ebenso wenig von einem bewussten Verständnis dieses Ziels beherrscht werden wie eine singende Nachtigall, die sich um die Zukunft ihrer Spezies kümmert. Die Wirkung der Ideologie beruht auf den Emotionen, die die Ideologie für den Menschen attraktiv machen und ihn zur Opferbereitschaft für sie veranlassen. Ausgeprägte Begeisterung ist die Art von Emotion, die die Teilnehmer in sozialistischen Bewegungen erleben.
Dies erklärt auch das Verhalten der Führer sozialistischer Bewegungen im Laufe der Jahrhunderte - ihre scheinbar unerschöpflichen Energiereserven als Pamphleteure, Agitatoren und Organisatoren.
Gerade weil die grundlegende Triebkraft der sozialistischen Ideologie unbewusst und emotional ist, haben Vernunft und rationale Diskussion von Tatsachen in ihr immer nur eine untergeordnete Rolle gespielt. Die sozialistischen Doktrinen werden mit Widersprüchen in Einklang gebracht, mit einer Leichtigkeit, die an "prä-logisches", primitives Denken erinnert, das außerhalb jedes Rahmens von Konsistenz funktioniert, wie Lévy-Bruhl beschreibt. Sie sind ebenso unbekümmert um die Tatsache, dass sozialistische Schlussfolgerungen radikal im Widerspruch zur Erfahrung stehen. Das Erstaunlichste von allem ist, dass diese Widersprüche die Wirkung der Lehre nicht im Geringsten schmälern.
 
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