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Gefälschtes Christentum
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<blockquote data-quote="DenkMal" data-source="post: 111"><p style="margin-left: 20px"><em>Kammeier hatte die Entstehung der christlichen Kirche sehr anschaulich beschrieben. Er setzte beim sogenannten babylonischen Exil der katholischen Kirche an, nämlich der Zeit der Päpste in Avignon in Frankreich im 14. Jh. Dort, sagt er, ist die Kirche erst entstanden. In den darauffolgenden Konzilien von Pisa, Basel und Konstanz wurde dann aus den unterschiedlichen frühchristlichen Bewegungen eine einheitliche Kirche gestaltet, die schließlich in Rom ihren Sitz nahm. Den Abschluß dieser Entstehungsphase bildet das Konzil von Trient um 1560, wie Edwin Johnson herausfand. Damit sind die Thesen von Hardouin voll bestätigt, der ja selbst die früheren Konzilstexte geschrieben hat.</em></p> <p style="margin-left: 20px"></p> <p style="margin-left: 20px"><em>Gegen diese Ansicht wird häufig eingeworfen, daß doch die romanischen Kirchen und die gotischen Kathedralen noch vor uns stehen und ein früheres Christentum auch in Mitteleuropa bezeugen. Für die romanischen Kirchen hat sich nun durch unsere Forschungen ergeben, daß einige zwar älter sein mögen als der letzte große Ruck (vor 650 Jahren), zumindest in ihren Grundfesten oder in der Anlage, <strong>daß sie aber keine christlichen Kirchen waren, wie sich aus der Bauweise und dem Fassadenschmuck eindeutig ablesen läßt. Sie waren Gerichtsgebäude einer früheren Religion, die mit dem bekannten Monotheismus nichts zu tun hat, schon gar nicht mit dem Christentum. </strong>(...)</em></p> <p style="margin-left: 20px"></p> <p style="margin-left: 20px"><em><strong>Gefragt wurde auch immer, wie denn die alten Bibelhandschriften zu erklären seien.</strong> <strong>Tatsache ist, daß es kein echtes Exemplar einer Bibelhandschrift vor 1400 gibt. </strong>Vollbibeln mit den kanonischen Texten gibt es erst aus dem 16. Jahrhundert, was nun ein Beweis besonderer Art ist: Wenn die ersten Bibeln um 100 n. Chr. geschrieben wären, dann müßten wir entsprechend der großen Zahl von Klöstern und Kirchen im Orient und Abendland aus anderthalb Jahrtausenden Zigtausende von Bibelhandschriften haben. Dagegen steht die Aufzählung von ganzen vier Stück, die älter als das 5. Jahrhundert sein sollen. Eine davon wurde erst gegen 1450 in Konstantinopel gefunden, eine andere erst 1859 auf dem Sinai. Die letztere habe ich (2001) als Fälschung seitens Tischendorfs ausgeschieden.</em></p> <p style="margin-left: 20px"></p> <p style="margin-left: 20px"><em>Die schrittweise Christianisierung Europas vor fünfhundert Jahren ist an vielen alten Texten und Bildern ablesbar, ich habe zahlreiche Hinweise vorgeführt. Mit dieser Feststellung, daß Europa erst seit einem halben Jahrtausend christlich ist, wird nun nicht etwa ein theologischer Streit vom Zaun gebrochen, sondern unser gesamtes Geschichtsbild umgestaltet. Das Vertrauen in die Schulgeschichtsschreibung ist verlorengegangen, eine ganz anders geartete Vorstellung wird sich durchsetzen.</em></p> <p style="margin-left: 20px"></p> <p style="margin-left: 20px"><em>Das betrifft selbstverständlich nicht nur unsere Ansicht vom Mittelalter und der Antike, sondern auch von fernen Kulturen wie der chinesischen oder die sogenannten Sumerer, und ganz besonders natürlich die Vorgeschichte. Da betragen die Verschiebungen möglicherweise Jahrtausende, wie ich in meiner Untersuchung der frühen Metallzeit vorschlage (horra, 2003).</em></p> <p style="margin-left: 20px"><em><strong>- </strong></em><strong><a href="http://www.forsite-verlag.de/uploads/media/Trojaburg_3_07.pdf" target="_blank">Einführung in die moderne Chronologiekritik</a> (S.10/11)</strong></p></blockquote><p></p>
[QUOTE="DenkMal, post: 111"] [INDENT][I]Kammeier hatte die Entstehung der christlichen Kirche sehr anschaulich beschrieben. Er setzte beim sogenannten babylonischen Exil der katholischen Kirche an, nämlich der Zeit der Päpste in Avignon in Frankreich im 14. Jh. Dort, sagt er, ist die Kirche erst entstanden. In den darauffolgenden Konzilien von Pisa, Basel und Konstanz wurde dann aus den unterschiedlichen frühchristlichen Bewegungen eine einheitliche Kirche gestaltet, die schließlich in Rom ihren Sitz nahm. Den Abschluß dieser Entstehungsphase bildet das Konzil von Trient um 1560, wie Edwin Johnson herausfand. Damit sind die Thesen von Hardouin voll bestätigt, der ja selbst die früheren Konzilstexte geschrieben hat.[/I][/INDENT] [INDENT][/INDENT] [INDENT][I]Gegen diese Ansicht wird häufig eingeworfen, daß doch die romanischen Kirchen und die gotischen Kathedralen noch vor uns stehen und ein früheres Christentum auch in Mitteleuropa bezeugen. Für die romanischen Kirchen hat sich nun durch unsere Forschungen ergeben, daß einige zwar älter sein mögen als der letzte große Ruck (vor 650 Jahren), zumindest in ihren Grundfesten oder in der Anlage, [B]daß sie aber keine christlichen Kirchen waren, wie sich aus der Bauweise und dem Fassadenschmuck eindeutig ablesen läßt. Sie waren Gerichtsgebäude einer früheren Religion, die mit dem bekannten Monotheismus nichts zu tun hat, schon gar nicht mit dem Christentum. [/B](...)[/I][/INDENT] [INDENT][/INDENT] [INDENT][I][B]Gefragt wurde auch immer, wie denn die alten Bibelhandschriften zu erklären seien.[/B] [B]Tatsache ist, daß es kein echtes Exemplar einer Bibelhandschrift vor 1400 gibt. [/B]Vollbibeln mit den kanonischen Texten gibt es erst aus dem 16. Jahrhundert, was nun ein Beweis besonderer Art ist: Wenn die ersten Bibeln um 100 n. Chr. geschrieben wären, dann müßten wir entsprechend der großen Zahl von Klöstern und Kirchen im Orient und Abendland aus anderthalb Jahrtausenden Zigtausende von Bibelhandschriften haben. Dagegen steht die Aufzählung von ganzen vier Stück, die älter als das 5. Jahrhundert sein sollen. Eine davon wurde erst gegen 1450 in Konstantinopel gefunden, eine andere erst 1859 auf dem Sinai. Die letztere habe ich (2001) als Fälschung seitens Tischendorfs ausgeschieden.[/I][/INDENT] [INDENT][/INDENT] [INDENT][I]Die schrittweise Christianisierung Europas vor fünfhundert Jahren ist an vielen alten Texten und Bildern ablesbar, ich habe zahlreiche Hinweise vorgeführt. Mit dieser Feststellung, daß Europa erst seit einem halben Jahrtausend christlich ist, wird nun nicht etwa ein theologischer Streit vom Zaun gebrochen, sondern unser gesamtes Geschichtsbild umgestaltet. Das Vertrauen in die Schulgeschichtsschreibung ist verlorengegangen, eine ganz anders geartete Vorstellung wird sich durchsetzen.[/I][/INDENT] [INDENT][/INDENT] [INDENT][I]Das betrifft selbstverständlich nicht nur unsere Ansicht vom Mittelalter und der Antike, sondern auch von fernen Kulturen wie der chinesischen oder die sogenannten Sumerer, und ganz besonders natürlich die Vorgeschichte. Da betragen die Verschiebungen möglicherweise Jahrtausende, wie ich in meiner Untersuchung der frühen Metallzeit vorschlage (horra, 2003).[/I][/INDENT] [INDENT][I][B]- [/B][/I][B][URL='http://www.forsite-verlag.de/uploads/media/Trojaburg_3_07.pdf']Einführung in die moderne Chronologiekritik[/URL] (S.10/11)[/B][/INDENT] [/QUOTE]
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