Ungewöhnliche Phänomene während des New-Madrid-Erdbebens (1811-1812)

DenkMal

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Es gibt viele Gebiete, die aufgrund der Plattentektonik besonders erdbebengefährdet sind. Doch es gibt auch andere Gegenden, in denen es laut Wissenschaftlern eigentlich keine Erdbeben geben dürfte.

Von genau solchen unerwarteten Beben sprechen wir, wenn wir auf die Ereignisse im Jahr 1811/1812 im Mississippi-Tal blicken. Und das Auftreten des New-Madrid-Erdbebens war nicht einmal das Seltsamste: Ungewöhnlich war auch, dass es sich hier um das stärkste Erdbeben in der uns bekannten Weltgeschichte handelte - kein anderes hat so lange gedauert und so viele Schäden verursacht. Genau genommen stehen die Beben vom 16. Dezember 1811 (mit einer Stärke von 8,1 auf der Richterskala), vom 23. Januar 1812 (7,8) und vom 7. Februar 1812 (8,8) ganz oben auf der Liste der stärksten amerikanischen Erdbeben. Die Erschütterungen konnten noch im weit entfernten New York City, Boston, Montreal und Washington D.C. wahrgenommen werden.

Das Epizentrum des Bebens am Morgen des 16. Dezember 1811 befand sich zum Beispiel im Nordosten von Arkansas. Was aus geologischer und seismologischer Sicht keinen Sinn macht, da die Erdkruste dort sehr stabil ist und es keine gefährlichen Stellen oder Spannungen gibt, die ein solches Phänomen verursachen könnten. Ja, etwaige Ränder tektonischer Platten überhaupt sehr weit vom Epizentrum der Beben von 1811-1812 entfernt lagen.

new-madrid-earthquakes-1811-1812.jpg

Karte der New-Madrid-Erdbeben 1811-1812 - Britannica
Präsident James Madison und seine Frau Dolly spürten das Beben im Weißen Haus. In Boston läuteten die Kirchenglocken. Vom 16. Dezember 1811 bis März 1812 wurden über 2.000 Erdbeben im zentralen Mittleren Westen registriert und zwischen 6.000-10.000 Erdbeben in Bootheel, Missouri, wo sich New Madrid nahe der Kreuzung des Ohio und Mississippi befindet.

Im Zuge der Erdbeben versanken Inseln, bildeten sich Wasserfälle, wurden Wälder zerstört und Menschen vom Erdboden verschluckt. Begleitet von lauten Geräuschen, die an Donner oder Explosionen erinnerten, einem hell leuchtenden Kometen, seltsamen dunklen Wolken, merkwürdig riechendem Nebel und Lichtblitzen am Himmel, sahen die Menschen schon den Weltuntergang über sich kommen.

Und hier nun einige der seltsamen Ereignisse im Detail:

1. Der Mississippi floss rückwärts

Nach dem Erdbeben vom 7. Februar 1812 berichteten Bootsführer, dass der Mississippi tatsächlich mehrere Stunden lang rückwärts strömte. Die Wucht der Landumwälzung 15 Meilen südlich von New Madrid schuf den Reelfoot Lake, ertränkte die Bewohner eines Indianerdorfes, drehte den Fluss in die entgegengesetzte Richtung, verwüstete Tausende von Hektar Urwald und schuf zwei vorübergehende Wasserfälle im Mississippi. Einige Bootsleute auf Flachbooten überlebten diese Katastrophe und konnten später darüber berichten.

2. Gigantische Risse

Als das Gebiet innerhalb von fünf Monaten durch mehr als 2.000 Erdbeben erschüttert wurde, bemerkten die Menschen, dass die meisten Spalten, die sich während eines Erdbebens auftaten, von Norden nach Süden verliefen. Es gab vermisste Menschen, die höchstwahrscheinlich von der Erde verschluckt wurden. Einige Erdbebenspalten waren bis zu fünf Meilen lang.

3. Sandkuhlen

Der größte Sandkessel der Welt wurde durch das New-Madrid-Erdbeben geschaffen. Er ist 1,4 Meilen lang, 136 Acres (ca. 550.372 m²) groß und befindet sich im Bootheel, Missouri - etwa acht Meilen westlich von Hayti. Die Einheimischen nennen ihn "The Beach". Andere, viel kleinere Sandkuhlen, finden sich in der ganzen Gegend verteilt.

4. Seismische Teerkugeln

Kleine Kügelchen bis hin zu golfballgroßen Teerkugeln werden in Sandkuhlen und Spalten gefunden. Es handelt sich dabei um verfestigtes Erdöl oder "petroliferous nodules".

5. Erdbeben-Lichter

Es blitzten seltsame Lichter aus dem Boden auf, von denen die gängige Wissenschaft annimmt, dass sie durch das Zusammendrücken von Quarzkristallen (genannt Seismolumineszenz) verursacht werden.

6. Warmes Wasser

Das durch das Erdbeben aufgewirbelte Wasser war lauwarm. Es wird spekuliert, dass das Beben selbst und/oder das seltsame Quarzlicht das Wasser erhitzt hat.

7. Erdbeben-Smog

Der Himmel wurde während der Erdbeben dunkel, so dunkel, dass nicht einmal mehr brennende Lampen halfen. Die Luft roch schlecht und man konnte nur schwer atmen. Es wird vermutet, dass der Smog Staubpartikel enthielt, verursacht durch den Austritt von warmen Wasser in die kalte Luft.

8. Lauter Donner

Geräusche von fernem Donner und lauten Explosionen begleiteten die Erdbeben.

9. Seltsames Verhalten von Tieren

Menschen berichteten über seltsame Verhaltensweisen von Tieren vor den Erdbeben. Sie waren nervös und aufgeregt. Haustiere wurden wild, und wilde Tiere zahm. Schlangen kamen während des Winterschlafs aus dem Boden gekrochen. Schwärme von Enten und Gänsen landeten in der Nähe von Menschen.

Und hier kommt meiner Meinung nach einer der wichtigsten Punkte überhaupt:

10. Der Komet Flaugergues und die Schlacht von Tippecanoe

Den Erdbeben ging das Erscheinen eines großen Kometen voraus, der siebzehn Monate lang rund um den Globus sichtbar war und während der Erdbeben besonders stark leuchtete.

Der Komet mit einer Umlaufzeit von 3.065 Jahres wurde angeblich zuletzt zur Zeit von Ramses II. in Ägypten beobachtet. In den Jahren 1811-1812 wurde er "Tecumseh's Comet" genannt (oder "Napoleon's Komet" in Europa). Tecumseh war ein Anführer der Shawnee-Indianer, dessen Name "Sternschnuppe" oder "Er, der über den Himmel geht" bedeutet. Als großer Redner und militärischer Anführer organisierte Tecumseh eine Konföderation indianischer Stämme, um sich der Übernahme von drei Millionen Morgen indianischen Landes durch den Vertrag von Fort Wayne (1809) zu widersetzen.

Sein Bruder, ein religiöser Führer, der "Der Prophet" genannt wurde, hatte Berühmtheit erlangt, als er die totale Sonnenfinsternis vom 16. Juni 1806 voraussagte. Zu dieser Zeit hatte ihn der Gouverneur des Indiana-Territoriums William Henry Harrison - besorgt über die Popularität des Propheten - herausgefordert, ein Wunder zu vollbringen. Nach dem Tag der "Schwarzen Sonne" hatten die Brüder verständlicherweise keinerlei Schwierigkeiten mehr, weitere Anhänger zu gewinnen.

Man sagte, dass eine schwarze Sonne einen zukünftigen Krieg vorhersagen würde. Am 17. September 1811 gab es eine weitere Sonnenfinsternis - die wiederum vom Propheten vorhergesagt wurde. Das Operationszentrum der Brüder befand sich in Prophet's Town, in der Nähe der Einmündung des Wabash und des Tippecanoe Rivers im nördlichen Indiana.

Tecumseh war auf Reisen und rekrutierte Krieger unter den Stämmen des Südostens, als Gouverneur Harrison am 6. November 1811 Prophet's Town mit über 1.000 Mann angriff, ein Präventivschlag der USA, der den Beginn von "Tecumsehs Krieg" markierte. Am 16. Dezember, als die Erdbeben begannen, befand sich Tecumseh bei den Indianerdörfern der Shawnee und Delaware in der Nähe von Cape Girardeau, 50 Meilen nördlich des Epizentrums in New Madrid.

Die Erdbeben hielten an, als er zurück nach Prophet's Town reiste und dort im Februar 1812 eintraf. Tecumsehs Anhänger verloren die Schlacht von Tippecanoe, aber sie kämpften weiter als Verbündete der Briten während des Krieges von 1812 zwischen den Vereinigten Staaten und Großbritannien. Tecumseh wurde schließlich 1813 in der Schlacht in Kanada getötet. Er wird als einer der größten indianischen Anführer geehrt, sowohl in den Vereinigten Staaten als auch in Kanada, wo er als Nationalheld gilt.

11. Das erste Dampfschiff auf den westlichen Gewässern überlebte die Erdbeben

Die erste Dampfschifffahrt auf den Flüssen Ohio und Mississippi fand ausgerechnet während der New-Madrid-Erdbeben statt.

Die New Orleans legte am 20. Oktober 1811 von Pittsburgh aus in Richtung New Orleans ab. Kapitän Nicholas Roosevelt wurde von seiner jungen Frau, ihrer gemeinsamen zweijährigen Tochter und einem Labrador-Hund begleitet. Zehn Tage nach der Abfahrt aus Pittsburgh brachte seine Frau Lydia in Louisville, Kentucky, einen Sohn zur Welt. Sie warteten eine Weile, bis sie sich erholt hatte und das Wasser gestiegen war, bevor sie die gefährlichen Gewässer und das Korallenriff an den Fällen des Ohio überquerten.

In der Nacht vor dem Tag des Erdbebens, am 16. Dezember, lag der Dampfer in der Nähe von Owensboro, Kentucky, etwa 200 Meilen östlich von New Madrid, Missouri, vor Anker. Ihr Hund Tiger bestand darauf, mit ihnen in der Kabine zu bleiben, anstatt auf dem Deck zu schlafen.

Ohne es zu merken, fuhren sie direkt auf das Epizentrum des größten Erdbebens in der amerikanischen Geschichte zu. Ihr Dampfboot, das eigentlich eine Werbung für die Dampfschifffahrt sein sollte, wurde von vielen, die es sahen, für die Ursache des Erdbebens gehalten.

In der Mitte des Ohio River treibend waren sie vor den Erdbebenerschütterungen des Festlandes geschützt, aber nicht vor den Gefahren umgestürzter, auf dem Wasser treibender Bäumen, versinkender Inseln und einbrechender Flussufern.

Nachdem sie am 18. Dezember das Indianerterritorium erreicht hatten, wurden sie von Indianern gejagt, die glaubten, dass das "Feuerkanu" das Erdbeben verursacht hatte. Aber es gelang ihnen der Gefangennahme zu entgehen.

Tausende von Bäumen trieben auf dem Wasser des Mississippi, als sie sich am 19. Dezember, drei Tage nach dem Erdbeben, New Madrid näherten, das völlig zerstört worden war.

Sie wagten es nicht, anzuhalten und Überlebende aufzusammeln, aus Angst, überrannt zu werden ohne größere Vorräte. Am beunruhigendsten war die Tatsache, dass sie seit drei Tagen kein Boot mehr den Fluss hinauffahren gesehen hatten. Sie sahen havarierte und verlassene Boote. Es war zweifelsohne ein Wunder, dass sie überlebten und weiterfuhren.

Sie legten an einer Insel an, die mitten in der Nacht begann zu sinken. Ihr Hund Tiger warnte sie vor den herannahenden Erschütterungen. Am 22. Dezember begegneten sie dem britischen Naturforscher John Bradbury auf einem Boot an der Mündung des St. Francis River, der ihnen mitteilte, dass die Stadt Big Prairie verschwunden sei.

(...) Am 10. Januar 1812 kamen sie wohlbehalten in New Orleans an, nachdem sie 1.900 Meilen, von Pittsburgh aus, mit dem ersten Dampfschiff das die westlichen Gewässer befuhr, zurückgelegt hatten.

Einige Teile des Artikels stammen von https://strangesounds.org/2019/07/new-madrid-earthquakes-strange-phenomena-video.html


Was die Ursachen dieser Ereignisse anbelangt, stochern die Wissenschaftler m.M.n. gehörig im Nebel. Einige Hobbyforscher, die nach anderen Erklärungen für diese Ereignisse suchen, vermuten sogar, dass es sich hier um eine Waffe handeln könnte, die - aus welchen Gründen auch immer - zum Einsatz kam. Ich denke nach Berücksichtigung aller damals beobachteten Phänomene jedoch, dass sich die Auswirkungen am ehesten mit dem PlasmaVersum-Modell erklären lassen: https://de.stolenhistory.net/threads/urknall-und-physik-des-nichts.40/post-76
 

Angela F.

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vllt gibt es noch eine 2. Erklärung. Wenn die Schlammflut ganze Städte und Anlagen verschüttet hat, dann könnte es einfach zu einem Einsturz gekommen sein. Da niemand weiß, was wirklich unter den Fluten begraben wurde, könnten es durchaus auch alte Energienanlagen gewesen sein. Das würde einiges erklären, was im Zuge des Erdbebens geschehen ist, wie Blitze, das Aufwirbeln von Staubwolken, usw. Was haltet ihr davon?
 
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