Kultur etabliert Konzepte von Herrschaft

Ruhiger Wolf

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Im Buch “The End of all Evil” (deutsch: „Das Ende des Bösen“) beschreibt Jeremy Locke den Vorgang, wie wir Menschen durch die Kultur indoktriniert werden. Von ihm beschrieben als DAS Instrument der Herrscher, um Herrschaft zu etablieren und zu stabilisieren, zeigt sich die Indoktrination bereits in der geringen Bereitschaft einiger, sich von der innerhalb der Gesellschaft gebräuchlichen Definition des Begriffs Kultur zu lösen und einen anderen Blickwinkel einzunehmen. Häufig mit den “Errungenschaften“ der Menschen assoziiert, wie Kunst oder die “gewachsene Moral”, werden nach Sichtweise Jeremy Lockes innerhalb der Kultur Verhaltensregeln aufgestellt, die subtil das Denken der Menschen lenken.

Schauen wir uns den Begriff „Kultur“ einmal näher an. Das lateinische Wort „cultura“ bedeutet Bearbeitung, Pflege, Ackerbau und bezeichnet im weitesten Sinne alles, was der Mensch selbst gestaltend hervorbringt, im Unterschied zu der von ihm nicht geschaffenen und nicht veränderten Natur. Interessant in diesem Zusammenhang ist auch die weitere gesellschaftliche Definition, die unter dem Begriff „Kulturleistung“ zusammengefasst ist. Sie benennt alle formende Umgestaltung eines gegebenen Materials, wie in der Technik oder der bildenden Kunst, aber auch geistige Gebilde wie Moral, Religion, Gesetze, Wirtschaft und Wissenschaft. Dies sind allerdings alles Faktoren, die gesellschaftlichen Strömungen unterliegen. Das heißt der Zeitgeist formt diese jeweils in einer Kultur vorkommende Elemente.

Zwar geschehen die Bearbeitung und Pflege der uns überantworteten Natur auch nicht vollständig freiwillig, da wir ja durch die Bearbeitung und Kultivierung des Bodens Nahrungsmittel gewinnen, um unser Überleben sicherstellen, aber die Arbeit an monumentalen Bauwerken war/ist definitiv mit Zwang verbunden. Jede in der Vergangenheit entstandene Kultur hat sichergestellt, dass zu ihrer Zeit Bauwerke erschaffen wurden, die die Größe der jeweiligen Kultur symbolisieren sollten. Der Begriff „Größe“ verschleiert den dahinterliegenden Begriff „Macht“. Diese Bauwerke sollten und sollen die Macht der jeweiligen Herrscher bzw. der jeweiligen Herrschaftsform symbolisieren. Auch die Kirchen dienten und dienen der Symbolisierung, dass die Religion über den Menschen steht und zementieren genauso die Macht, die damit einhergeht, wenn etwas besser ist als etwas anderes oder gewisse Personen besser sind als der Rest der Menschen. Politische Bauwerke, Gebäude der Staatsmacht und der Behörden, Tempel der „Wissenschaft“, große Universitäten und Gebäude von Banken sollen Ehrfurcht einflößen. Sie sollen im normalen Menschen das Gefühl erzeugen, dass sie es in diesen besonderen Gebäuden mit Personen zu tun haben, die „besser“ sind, die mehr wissen, die aus der Masse herausragen und die deshalb etwas zu sagen haben oder zum Herrscher bestimmt sind.

Zur Zeit des Adels waren es Blutlinien, die dafür sorgten, dass die Nachkommen der Herrscher dieselben „Ämter“ übernahmen, aber schon zu der Zeit musste es zusätzlich noch etwas Äußeres geben. So entstanden Schlösser und Prunkbauten, die dem einfachen Volk vermittelten, dass hier die „besseren“ Menschen leben, dass hier Herrscher wohnen. Herrscher umgaben und umgeben sich auch heute mit derlei Pomp, um dem Menschen zu vermitteln, dass sie mit Fug und Recht Herrscher sind.

Die Angst der Herrscher war aber in allen Zeiten dieselbe, nämlich dass die Menschen erkennen, dass die Herrscher kein angestammtes Recht darauf besitzen, Herrscher zu sein. Und dass sie nur so lange Herrscher sind, solange Menschen anerkennen, dass sie weniger wert sind als sie. Die Macht der Herrscher endet in dem Moment, in dem der Mensch erkennt, dass er von unendlichem Wert ist und dass es nichts gibt, was über ihm steht. Diese Erkenntnis führt Menschen aus der Herrschaft, beendet ihr Sklavendasein und beendet die Legitimierung eines Herrschers.

Zigtausende Menschen haben zur Errichtung dieser Bauwerke ihr Leben gelassen. Den Herrschern war es egal. Sie mussten nur dafür sorgen, dass in den Schulen genügend indoktrinierter Nachwuchs herangezüchtet wird, die die freigewordenen Stellen übernehmen und ihr Leben in den Dienst der Herrscher stellen, um diese Bauwerke zu vollenden. Heute stehen viele Menschen staunend vor diesen monumentalen Bauten und verherrlichen (unwissentlich) vergangene Herrschaft über Menschen. Sie erkennen nicht, dass sie Opfer der gesellschaftlichen Indoktrination geworden sind und Herrschaft als Element huldigen. Sie sehen nicht die Arbeitsbedingungen, den Zwang, den geringen Lohn, die Todesfälle und sie sehen auch nicht, dass die Arbeiter in einfachen Hütten hausten, während die Herrschenden sich von ihnen Prunkbauten bauen ließen. Sobald das Gebäude fertig war, durften nur noch "besondere" Menschen hinein. Wenn das einfache Volk im Anschluss diese Gebäude überhaupt noch betreten durften, dann nur als Sklaven, als Bedienstete oder um die Herrschenden um etwas zu bitten, um Anträge zu stellen, um dort sich dem Urteil der Herrschenden zu stellen, in dem Richter als Vertreter der jeweiligen Herrscher, über sie „Recht“ sprachen.

Jeremy Locke beschreibt, wie Kultur Herrschaft in die Köpfe den Menschen zementiert. Das Kultur dafür sorgt, dass die Menschen weiterhin daran glauben, dass sie Herrscher benötigen würden, dass sie weniger Fähigkeiten hätten, dass sie weniger wert wären, dass Herrscher zu Recht Herrscher sind und dass Herrschaft ein Element ist, welches in der menschlichen Natur liegen würde. Dies ist eine Lüge! Der Glaube an Herrschaft wird von Generation zu Generation weitergegeben. Sprache wird kontrolliert und geformt, um Menschen dies glauben zu lassen. Kultur ist geschaffen worden, um Hierarchien aufzubauen. Kultur sorgt dafür, dass Menschen glauben, dass sie einen begrenzten Wert hätten. In Wahrheit hat jeder Mensch den gleichen Wert. Der Wert der Menschen ist unendlich. Die Freiheit der Menschen wird durch diese Lüge eingeschränkt. Wenn Menschen ihren Wert erkennen, endet Herrschaft.

So sagt Jeremy Locke an einer Stelle im Buch: "Die Kulturen sind zum Schutz der Herrscher geschaffen worden. Es ist die Aufgabe der Kultur sicherzustellen, dass Sprache nicht frei fließen kann. Um das zu erreichen, erstellt sie ein Raster, wie das Denken geartet sein darf und dass die Sprache angemessen sein muss.
Als erstes stellt die Kultur sicher, dass es als unmoralisch gilt, Autoritäten zu hinterfragen. Die Rechtsstaatlichkeit, der absolute Respekt vor der Strafverfolgung, die Besonderheit der Politiker und der Adel des Königs sind Beispiele der kulturellen Manipulation des Denkens. Kultur kann nicht zulassen, dass die Menschen ein bestimmtes Gesetz, die geforderte Treue einem König gegenüber oder ein bestimmtes System von Autorität in Frage stellen. Stattdessen lehrt die Kultur, dass diese Dinge nicht hinterfragt werden dürfen. Es ist niemals erlaubt, den König, den Diktator oder die Demokratie in Frage zu stellen."


Damit so etwas wie Herrschaft überhaupt von den Menschen akzeptiert wird, müssen sie darauf eingestimmt werden. Absoluter Gehorsam vor den Herrschern muss den Menschen beigebracht werden. Der Pomp und Prunk mit denen sich die Herrscher im Allgemeinen umgeben, sind ähnlich wie die glitzernden Insignien und merkwürdigen Uniformen ihrer Vollstrecker. Es sind alles Mittel, um den Herrschaftsanspruch zu untermauern.

Diese Dinge nicht mehr zu hinterfragen, Unsicherheit zu verspüren, wenn es darum geht, sich eine herrschaftslose Gesellschaft vorzustellen, zu gehorchen, bereit zu sein, seine Freiheit aufzugeben, ja vielleicht sogar mit Ängsten zu reagieren, vor dem drohenden “Chaos”, welches angeblich zwangsläufig mit herrschaftslosen Gesellschaften einhergehen muss, all das sind Zeichen der Indoktrination der Kultur. Die Kultur sorgt dafür, dass du Zuflucht beim Staat suchst. Sie bietet dir an, dich vor Feinden zu schützen, die sie selbst geschaffen hat.

Kultur sorgte damals dafür, dass du den König respektierst und nicht auf die Idee kamst zu fragen, wieso “blaues Blut” einen Herrschaftsanspruch rechtfertigt. Nachdem das nicht mehr funktionierte, weil immer mehr Menschen die Absurdität in diesem Glauben entdeckten, veränderten die Herrscher ihre Strategie und Kultur schuf den Gott der Staaten. Kultur schuf auch den Gott der Demokratie und sorgte dafür, dass alle Menschen der Meinung sind, dass Demokratie die höchste aller möglichen Formen des menschlichen Miteinander wäre. In der heutigen Form der Demokratie herrscht nicht das Volk, sondern die Herrscher beherrschen das Volk. Eine direkte Demokratie mit Volksentscheidungen in allen wichtigen Belangen, käme der Idee, dass das Volk selbst herrscht, viel näher. Hier wird deutlich, warum Volksabstimmungen verpönt sind. Es wird die Idee transportiert, dass Menschen zu dumm wären, selbst zu entscheiden. Sie dürfen nur einmal alle vier Jahre (und nur nach ausführlicher Indoktrination) zur Wahlurne gehen und geben dort ihre Stimme im wahrsten Sinne des Wortes ab.


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Was wir jetzt erleben, ist der erneute Niedergang einer Kultur. Erneut wackelt der Thron der Herrscher. Immer mehr Menschen erkennen die Demokratie als das, was sie ist: Ein Instrument der Unterdrückung der Menschen. Sogar als ein besonders übles Instrument der Unterdrückung aus zweierlei Gründen: Weil den Menschen vorgegaukelt wird, sie könnten ihr Schicksal selbst bestimmen und weil jeder Einzelne zum Unterdrücker seines Nachbarn gemacht wird. Die heutige Demokratie ist eine Lüge. Und Kultur hat dafür gesorgt, dass Menschen diese Lüge glauben. Kultur zementiert Herrschaft in die Köpfe der Menschen.

Es ist ein Fehler, anzunehmen, dass Herrscher dumm wären. Was wäre geschickter, als Konzepte von Herrschaft an einer Stelle zu verstecken, wo es kaum jemand vermutet? Konzepte von Herrschaft sind uralt. Sie werden von Generation zu Generation weitergegeben. Sie haben ihren Ursprung in der Situation, in der ein Mensch einen anderen Menschen in seinem Sinne benutzen will, um einen Vorteil für sich daraus zu gewinnen.

Es gibt die Möglichkeit, mit Gewalt einen anderen Menschen zu etwas zu zwingen, was aufwendig und „kräfteraubend“ ist, weil der Herrscher mit ständiger Gegenwehr zu rechnen hat und ein enormes Maß an Kontrolle notwendig ist, damit sich der Mensch der Herrschaft nicht durch Flucht entzieht. Die andere Möglichkeit ist, das Denken der Menschen dahingehend zu verändern, dass sie Herrschaft als grundlegendes Konzept akzeptieren. Ab dem Moment laufen Menschen nicht mehr weg und entziehen sich der Herrschaft. Sie neigen auch viel weniger dazu, zu murren und sich über die ihnen auferlegte Last aufzulehnen, die Herrscher per Zwang (durch Steuern und Abgaben) mitzuversorgen zu müssen. Die Herrscher kontrollieren das Denken der Menschen, weil es viel leichter ist über Menschen zu herrschen, die nicht wissen, dass sie beherrscht werden. Um diesen Zustand zu erreichen, muss das Denken der Menschen im Sinne der Herrscher geformt werden. Grundlegende Ideen von Herrschaft müssen in die Köpfe der Menschen transportiert werden.

Zwar wird das Denken der Menschen am leichtesten in der Kindheit, durch das Elternhaus und durch die Schule geformt, aber bis es dazu kommt, muss das Denken der Menschen direkt beeinflusst werden – durch andere Menschen, die gedungen sind, so zu tun, als ob sie diesen grundlegenden Ideen von Herrschaft zustimmen würden. Dies sind die Komplizen der Herrscher, die sich für einen Anteil an der Beute dazu bereit erklären, das Denken der Menschen durch Wort, Schrift und Bild im Sinne der Herrscher zu beeinflussen. In diese Kategorie gehören auf die heutige Zeit übertragen Menschen, die zum Beispiel der Berufsgruppe angehören, die mit Medien zu tun haben. Häufig sind sie als Journalisten unterwegs, erfüllen allerdings nicht ihren Auftrag Menschen zu informieren, sondern schreiben Berichte im Sinne der Herrscher. In Filmen kommt das noch viel mächtigere Werkzeug des Bildes zur Anwendung. Hier sehen die Menschen, wie andere sich Herrschaftskonform verhalten und akzeptieren dieses Verhalten als natürlich. Sie sehen auch und „erleben“, wie es Menschen ergeht, die sich den Herrschern widersetzen. Der Geist der Menschen wird auf jede denkbare Weise beeinflusst. So werden nicht nur die Handlungen, sondern auch die Reaktionen der Menschen direkt gelenkt.

Nachdem dieser Zustand erreicht ist, geben Menschen ihr geformtes und mit Konzepten von Herrschaft vergiftetes Denken direkt an ihre Kinder weiter und akzeptieren widerstandslos, dass dieses Denken ebenfalls in den Schulen an ihre Kinder vermittelt wird. Dier Herrscher sorgen durch den Schulzwang dafür, dass sich niemand diesem Einfluss entziehen kann. Der natürliche Widerstand der Kinder gegen Konzepte der Herrschaft wird durch Gewalt und Liebesentzug gebrochen. Eltern und im späteren Lehrer handeln an dieser Stelle bereits in dem Glauben, das Richtige zu tun, um den Kindern einen leichten Einstieg in die Gesellschaft zu ebnen. Dieses Denken zeigt die erreichte Akzeptanz, dass Menschen sich auf bestimmte Weise zu verhalten haben, da sie sonst nicht in das gewünschte Raster der Gesellschaft passen. Die Alternative hierzu wäre der angedrohte Ausstoß aus der Gemeinschaft. Die in diesem Szenario enthaltene Gewalt ist massiv, da ganz grundlegend das Überleben eines Menschen von Gemeinschaft abhängt. Ergo wird sich der Mensch „entscheiden“, seinen (natürlichen) Widerstand gegenüber Konzepten der Herrschaft fallen zu lassen und sich letztlich unterwerfen. Über die Zeit muss diese Unterwerfung im Geist des Menschen verborgen werden, weil dieser Selbstbetrug ansonsten unerträglich wäre. So vergisst oder besser verdrängt der Mensch seinen Widerstand und wird selbst zum Verfechter der Ideen von Herrschaft.

Allein zu behaupten, dass Herrschaft gut wäre, genügt natürlich nicht. Es ist ein viel geschickteres Vorgehen nötig, um das Denken der Menschen zu verändern, damit sie Herrschaft als unabänderliche Tatsache akzeptieren. Am geschicktesten funktioniert Manipulation, in dem das gewünschte Ziel vollständig vor den Augen des manipulierten Menschen verborgen ist. Anstatt direkt auf das Thema Herrschaft einzugehen, dreht es sich um scheinbare Nebensächlichkeiten, die den natürlichen Schutzmechanismus der Menschen unterlaufen. Perfekt ist die Manipulation dann, wenn die Manipulation alle Lebensbereiche des Menschen umfasst.

Heute sind diese Konzepte von Herrschaft in jedem Artikel, in jedem Wort der Helfershelfer der Herrscher (die häufig selbst nicht wissen, dass sie von den Herrschern missbraucht werden) enthalten. Diese Konzepte befinden sich in den unbewegten und in den bewegten Bildern. In Filmen wird diese Botschaft besonders leicht transportiert, weil der passive geistige Zustand der Menschen bei der Aufnahme der Informationen über dieses Medium, besonders anfällig für Manipulationen ist. Diese Manipulationen sind überall versteckt. Einmal als Same ausgebracht, verbreiten sich diese krankhaften und das Denken der Menschen vergiftende Ideen in alle Lebensbereiche. Freie Elemente finden sich allenfalls noch im Spiel oder der Kunst, aber auch nur insofern es sich nicht um angepasste oder kultivierte Kunst handelt. Auch Kunst wird häufig im Sinne der Herrscher beeinflusst.

Wenn es sich um ein wildes Stück Land handelt, welches gerodet und vorbereitet werden muss, um einen Samen aufzunehmen, aus dem später eine bestimmte gewünschte Pflanze wächst (und möglichst nur diese) spricht man von der „Kultivierung“ dieses Stückchen Erde. Ein Volk von Menschen, die bislang nicht der „Zivilisation“ angehörten und unentdeckt in unzugänglichen Gebieten der Erde überlebt haben, nennt die Gesellschaft "unzivilisiert" und spricht davon, dass man diesen Menschen doch Kultur beibringen müsse. Diesen „Wilden“ (natürlichen) Menschen, die in ihren Gesellschaften keine oder kaum Konzepte von Herrschaft haben, muss beigebracht werden, was es heißt, ein kultivierter Mensch zu sein. Sich auf eine bestimmte Weise zu benehmen, sich „anständig“ zu verhalten, keinen Widerspruch zu leisten, sich nicht zu wehren, das Wohl der anderen höher zu schätzen, als das eigene und grundlegend zu akzeptieren, dass es jemanden gibt, der besser ist als man selbst, jemanden der „weiß“, wie es geht, der die Richtung vorgibt und sagt, was man zu tun und zu lassen hat.

Anfänglichen (natürlichen) Widerständen gegenüber diesen Konzepten wird begegnet, in dem sie als alternativlos dargestellt werden, indem der Wert der Menschen dahingehend zerstört wird, als dass ihr Widerstand als „verrückt“ oder „dumm“ bezeichnet wird und ihnen angedroht wird, dass ihr Überleben ansonsten in Frage gestellt wäre. Es ist zu beobachten, dass jeder, der über ein bestimmtes Maß an seinem Widerstand festhält, von den Herrschern an den Rand gestellt und gesellschaftlich beseitig wird. Herrscher können nicht zulassen, dass Prinzipien der Freiheit in den Gesellschaften der Menschen verbleiben, da sie ansonsten das Projekt ihrer andauernden Herrschaft gefährden würden.

Nur ein kultivierter Mensch innerhalb einer Kultur akzeptiert Herrscher. Kultivierte Menschen hinterfragen die Konzepte von Herrschaft nicht. Kultur ist das Werkzeug der Herrscher, um Konzepte von Herrschaft in das Denken der Menschen zu transportieren.

Das freie Spiel der Menschen, ihr Tanz, ihre natürliche Moral, Liebe, Wertschätzung, Frieden, Ehrlichkeit, Wohlstand, das Gefühl für natürliche Schönheit, Kunst, Malerei, Bildhauerei… das gesamte natürliche Miteinander der Menschen hat nichts mit Kultur zu tun. Alle diese Dinge muss man nicht zu den Menschen bringen, man muss sie ihnen nicht beibringen, denn jeder Mensch trägt sie natürlicherweise in sich. Alle diese Dinge sind natürliche menschliche Prinzipien.

Zusammenfassend ist Kultur das, was Natürlichkeit zerstört. Kultur ist das, was das Denken der Menschen vergiftet. Kultur ist das, was Menschen an ihre Position als Sklave anpasst. Kultur ist das, was Menschen ihre Herrscher akzeptieren lässt. Kultur ist das, was die Menschen vergessen lässt, dass sie unendlichen Wert haben.


Im Anhang zu diesem Text findet ihr das Hörbuch "Das Ende des Bösen" (Länge 3Std. 35 Min.)
 

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  • Das Ende des Bösen (Jeremy Locke) Hörbuch.mp3
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bärtigersuchender

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So entstanden Schlösser und Prunkbauten, die dem einfachen Volk vermittelten, dass hier die „besseren“ Menschen leben, dass hier Herrscher wohnen.
Heute stehen viele Menschen staunend vor diesen monumentalen Bauten und verherrlichen (unwissentlich) vergangene Herrschaft über Menschen. Sie erkennen nicht, dass sie Opfer der gesellschaftlichen Indoktrination geworden sind und Herrschaft als Element huldigen. Sie sehen nicht die Arbeitsbedingungen, den Zwang, den geringen Lohn, die Todesfälle und sie sehen auch nicht, dass die Arbeiter in einfachen Hütten hausten, während die Herrschenden sich von ihnen Prunkbauten bauen ließen.
Ich stimme zu, dass die meisten der Herrschaftgebäude genau das sind, als was sie oben beschrieben wurden.
Da wir hier ja in einem Forum über verlorene Geschichte sind, möchte ich noch meinen Senf dazu geben.

Ich denke, es gab mal eine Zeit, in der solch beeindruckende Gebäude, wie beispielsweise die gotischen Kathedralen, aus anderen Gründen und mit anderen Mitteln erbaut wurden.
Man stelle sich eine Stadt vor, bevor die katholische Kirche vom Vatikan aus ihre verdorbene Variante des Christentums etablierte: Unabhängig, stark; gebildete, gesunde und glückliche Bürger; ein Geldsystem mit Negativzins, welches die Wirtschaft zum Blühen bringt; ein gewählter Stadtrat, der sich den Bewohnern der Stadt ehrlich verpflichtet fühlt und ihr Bestes will; Bettler sind rar und Arme, Waisen und Witwen werden verpflegt und versorgt.

Diese Stadt beschließt nun, ihrer Dankbarkeit Ausdruck zu verleihen und eine Kathedrale zu errichten. Sie soll offen für jeden sein, dort zu meditieren, zu beten und zu kontemplieren. Sie soll das Zentrum für Versammlungen und Feiern sein und Besucher der Stadt zum Staunen bringen. Sie ist ein Ausruck des starken, nicht-katholischen, urchristlichen Glaubens, der nicht von oben diktiert wurde, sondern aus dem Volk kam und darin so fest verwurzelt ist, dass es Jahrhunderte der Indoktrination und Kriege brauchen würde, ihn zu vernichten.

Für einen solchen Bau müsste man die Bauarbeiter nicht zwingen; sie würden gerne am größten Projekt ihrer Stadtgeschichte mithelfen. Sie wollen ihren Enkeln mit Stolz sagen können "Wusstest du, dass ich selbst noch geholfen habe, die Kathedrale zu bauen?". Und ihre Enkel sollen zu ihren Enkeln sagen können "Wusstest du, dass noch mein Großvater an der Kathedrale gebaut hat?"

So oder so ähnlich mag es damals in einer Stadt passiert sein....



Noch eine Buchempfehlung zum Thema des Artikels: "Die gefährlichste aller Religionen" von Larken Rose. Link zur englischen Originalversion: The Most Dangerous Superstition
 

David

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Wow, Ruhiger Wolf, eine sehr gute Analyse und Zusammenfassung vom „Ende des Bösen“.
Ich bin zu tiefst berührt.
Als ehemaliger Lehrer habe ich es am eigenen Leib erfahren dürfen, dass jegliche tiefergreifende Diskussion und Umsetzung von Freiheitsbestrebungen mit Gleichgesinnten, vom System als Angriff bewertet und im Keim erstickt werden.
wie heißt es so schön: Full Spectrum Dominance
Dann kommen noch die gesellschaftlichen „Errungenschaften“, wie Krankenkasse, Rente, Sozialhilfe,Fördermittel usw. dazu. Ich habe gerade einen Verwandten im Pflegeheim, was für ein Wahnsinn.
Und wer die totale Kontrolle des Imperiums nicht erkannt und verinnerlicht hat, möchte immer wieder zurück zum „Schweinetrog“
Wenn Du denkst, Du hast Deine Kinder zu selbstständigen Erwachsenen heranbegleitet, kommen Deine Schwiegersöhne/Töchter und es geht wieder von vorne los.
Wir brauchen Gleichgesinnte die erkannt haben, dass es keinen Weg zurück gibt.
 

Ruhiger Wolf

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Hallo bärtigersuchender,

da stimme ich dir natürlich zu. Es ist leicht in Texten auf eine Seite zu fokussieren und anderes außer acht zu lassen. Viele der alten Gebäude wurden benutzt (!), um den vermeintlich einfacheren Menschen den erforderlichen Respekt abzuringen, der nach Meinung der Herrscher ihnen aus verschiedenen (gleichermaßen idiotischen) Gründen zustehen würde. Im Vergleich zu den einfachen Hütten oder Häusern in denen das "gemeine" Volk lebt(e), führten die alten Gebäude die Menschen ins Staunen und rangen ihnen EhrFURCHT ab.

Wer diese Häuser gebaut hat, spielt im obigen Kontext eine untergeordnete Rolle. Mir war es wichtig, die Nutzung dieser Bauten zu beschreiben, um Menschen in das Empfinden einer niedrigeren Herkunft zu bringen.

Aber umso wichtiger ist dein Hinweis. Mir geht es ja ähnlich. Ich stehe ebenso staunend vor diesen Zeugen der alten Zeit und habe das Gefühl einer Erinnerung. Ich selbst stehe nicht ehrFÜRCHTIG davor, sondern eher ergriffen... berührt...

Die allermeisten Menschen verlieren in Gebäuden wie Gerichten, Rathäusern, Tempeln der Politik wie der Bundestag, Herrschaftshäusern, Palästen (englisches Königshaus) den Kontakt zu sich selbst. Es lässt sie vergessen, dass sie unendlichen Wert haben.
 

Ruhiger Wolf

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Hallo David,
Als ehemaliger Lehrer habe ich es am eigenen Leib erfahren dürfen, dass jegliche tiefergreifende Diskussion und Umsetzung von Freiheitsbestrebungen mit Gleichgesinnten, vom System als Angriff bewertet und im Keim erstickt werden

Warum ist das so? Weil wir Menschen im Spannungsfeld Überleben/Qualität gefangen sind, wie jeder Organismus. Deswegen arbeiten Herrscher mit Angst, weil Angst uns von der Qualität wegführt. Niemand hat Zeit, sich im Zustand der Bedrohung Neuem oder Veränderndem zuzuwenden. Angst lässt uns Erstarren.

Der Mensch im Zeitgeist
 

bärtigersuchender

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Dann kommen noch die gesellschaftlichen „Errungenschaften“, wie Krankenkasse, Rente, Sozialhilfe,Fördermittel usw. dazu.
Ich kann mich noch erinnern, wie uns damals in der Schule diese Strukturen als die großartigen Errungenschaften des demokratischen Sozialstaates verkauft wurden. Sehr gutes Beispiel für staatliche Indoktrination und warum wir unabhängige Schulen brauchen...
Wenn man es auf die letzten 200 Jahre bezieht, mag das auch stimmen. Im 19. Jhd, ab der Industrialisierung, waren die Arbeitsbedingungen wirklich schlechter. Nur von einer höheren Perspektive zeigt sich dann das Gefängnis, in dem man steckt.




Zum Thema Herrschaft. Ich denke, es kommt immer auf die dahinter liegenden Mächte an, vielleicht auch auf den Zeitgeist, das Menschenbild, wie sich eine Herrschaftsform ausdrückt. Würden wir nicht in einer Zeit leben, in der "das Böse" scheinbar aus jeder Ecke quillt, könnte eine Demokratie sehr gut funktionieren. Ebenso eine Monarchie oder eine Oligarchie. Ein guter König kann sein Land erblühen lassen. Eine nicht durch Lobbyarbeit, Medienpropaganda usw. ad absurdum geführte Demokratie könnte ebenso erblühen.

Aber (um die Perspektive noch weiter zu erhöhen) wenn das alles so funktionieren würde, dann würden wir - die, die hinter den Schleier sehen können - nichts dabei lernen. Wir hätten keinen Grund, über Freiheit und Selbstbestimmung nachzudenken. Das Finden der inneren Wahrheit kann vermutlich am besten erlernt und geübt werden, wenn man von Lügen umgeben ist.
 

freyaxel

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in einer Zeit leben, in der "das Böse" scheinbar aus jeder Ecke quillt,
Wenn man davon ausgeht, dass solche Gesetze gelten wie "oben wie unten" oder "innen wie außen" usw und dass Geist vor Materie herrscht, beherrscht und formt, dass scheint die Qualität unseres Umfeldes einiges davon zu offenbaren, was falsch läuft.
Wenn die Bewusstheit der Menschen besser ausgeprägt wäre, wäre ja alle anders.

Ja, schon klar: wenn, wenn... dann ..... hätte, hätte, Fahrradkette ... Es liegt doch an uns.

Bleibt die Frage: Was tun?
Alle wollen sowieso nicht das selbe. Bzw wissen nicht mal, was sie wollen, sondern nur, was sie nicht wollen.
 

freyaxel

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Als erstes stellt die Kultur sicher, dass es als unmoralisch gilt, Autoritäten zu hinterfragen.
Vielleicht sollen wir deshalb so werden, wie die Kinder, die alles hinterfragen.
Der Autor hat nach deinen Ausführungen eine gute Zusammenfassung gemacht.
Etwas zu Erkennen ist natürlich geil. Aber das sind nur so 5%. Die restlichen 95% sind Unbewusstheit, die uns wie zäher Kleb dort halten, wovon wir weg wollen.
Was ist nun sein Fazit? Oder deins? Gibt es einen Weg in die Freiheit? Wenn ja, wieviele sind dafür Voraussetzung?

Hollywood hat auch hier die Vorstellungen vom schönen, autarken Landleben verwirrt. Harte körperliche Arbeit, wenn man Glück hat, mit Maschinen, deren Namen man nicht kennt. Wer kennt die Aussaatzeiten? Wer kann überhaupt noch handwerkliche Leistungen vollbringen? Gerichte zubereiten aus dem, was gerade wächst. Kennt die wilden Kräuter, kann Vorräte für Winter konservieren? Stricken, nähen, weben? Besen binden, Häuser mit Hand bauen oder Feuer entfachen.....

Und wenn du so ein Aussteigerleben führst, behauptet Wer, du seist mit dem Teufel im Bunde und schwups, wirst du auf nem Scheiterhaufen verbrannt.

Alles nicht so einfach.

Ich gehe davon aus, daß wir back to the roots gelangen werden. Da wir nach meiner Einschätzung aber gerade jetzt erst die tiefste Stelle überwunden haben, benötigen wir wohl noch geraume Zeit, dieses Ziel Freiheit überhaupt in Blickweite zu bekommen.
Für einige Wenige wird dieser Zeitpunkt evtl viel früher stattfinden. Ob auf einer anderen Zeitlinie oder als Blase in der derzeitigen Masse, mag jeder für sich entscheiden.

Dankeschön für den Link fürs Hörbuch. Der kommt auf den Stick im Auto.
 
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Petra

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Es gibt ein sehr schönes, meditatives Lied: "Auch ein Weg von 1000 Meilen braucht den 1. Schritt!..... Vertraue und gehe, vertaue und gehe!"
Ich wage es immer wieder, und habe wirklich seltsamste Erlebnisse dabei...
 
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